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JOANA BATISTA COSTA JOANA
BATISTA COSTA, Mitgründerin des sozial-pastoralen Zentrums
“Esperança de Deus”, wurde am 24.06.1952 in Porto do Mato geboren,
im gleichen Szenarium absoluter Armut, in dem auch ihr Volk lebte.
Die
Entbehrungen und Prüfungen des täglichen Lebens nicht aushaltend,
versucht Joana ihr Schicksal zu verändern und damit auch das Überleben
ihrer Familie zu garantieren.
Und in ihrer kindlichen Schutzlosigkeit weinte sie oft, voller Sehnsucht nach ihrer Familie und den Freunden, die sie zurück gelassen hatte. Aber ihr Wille, sich selbst zu übertreffen war stärker und so setzte sie ihren Weg fort auf der Suche nach ihrer eigenen Identität und Würde. Nachdem sie einige Zeit in einem Familienhaushalt in der Hauptstadt von Sergipe gearbeitet hat, entscheidet sie sich, in Salvador neue Horizonte zu erschliessen. Und von dort aus setzt sie später ihren Weg fort, via Lastwagen, nach Rio de Janeiro, wo sie sich letztendlich ansiedelt. Hart
arbeitend um ihr tägliches Brot zu verdienen und von ihrem Ideal
geleitet, gelang es Joana, ihr Leben zu organisieren und ihre Grundbedürfnisse
zu befriedigen. Nach und nach holt sie ihre Geschwister nach Rio de
Janeiro, damit auch sie, unter ihrer Aufsicht, dort ein besseres Leben
beginnen können.
Über
sein Vorhaben informiert, sprach Joana sofort von ihrem Heimatort und über
die Lebensbedingungen ihres Volkes. Das war das, was Pater Hubert Leeb
suchte. Sie kamen nach Porto do Mato und der direkte Kontakt mit der
dort vorhandenen Realität berührte Pater Leeb zutiefst und bestätigte
ihm, dass er jenem Volk seine Mission widmet müsse. Eine
standfeste und mutige Frau, die sich über jeglichen Pessimismus und
jedes Vorurteil hinweg setzte,
die Ärmel hoch krempelte, und zusammen mit Pater Leeb
Pionierarbeit zur Veränderung der Region leistete.
Als
Tochter der Region stellte sie Pater Leeb den lokalen Führungspersönlichkeiten
wie Zeca de Loya, Claudemiro Francisco und Zé do Baião vor. Und es
gelang ihr, die Befürchtungen und das Misstrauen ihres Volkes abzubauen,
welches nie zuvor einem weissen Mann gegenübergestellt gewesen war; ein
Pater anderer Nationalität, der sich zur Verpflichtung gemacht hatte,
die Lebensbedingungen in der Gegend fundamental zu verbessern. Trotz
Ungläubigkeit, bedingt durch die wiederholten nicht erfüllten
politischen Versprechungen, gelang es Joana, die gesamte Bevölkerung zu
mobilisieren und zur aktiven Teilnahme an der Konkretisierung des
Projektes zu bewegen. Und
sie engagierte sich zusammen mit Pater Leeb, mit Aktionen zur Bekämpfung
der dringlichsten Probleme bezüglich der Krankheiten, des Hungers und
der absoluten Armut, die die Region heimsuchten,
unter Einsatz ihres ganzen Talentes und ihrer Kraft. Intuitiv sah
sie eine Lösung für jedes Problem.
Den
von Entbehrungen geprägten Teil ihrer eigenen Geschichte wieder
erlebend, in dem ihr keine formale Erziehung zu Teil wurde, waren ihr
keine Anstrengungen zu viel um den Kindern eine Erziehung zu garantieren.
Wie nur Wenige wusste sie Orientierung und Zuneigung zu geben,
Mahlzeiten und Medikamente zu verabreichen, Vertrauen und Glauben zu
schenken; alles das, was ihrem Volk fehlte. Joana
reiste mehrmals nach Österreich und Deutschland, wo sie die dramatische
Situation ihres Heimatortes schilderte, von der sich Viele berührt
fühlten. Und erreichte die Unterstützung von neuen europäischen
Freunden, die sie wegen ihres Ideals, ihrer Ausdauer und Lebensweisheit
bewunderten. Das ehemals schüchterne Mädchen verwandelte sich, auf der anderen Seite des Ozeanes, vor denWohltätern des Werkes von Padre Leeb in jenem Ländern, in eine unerschrockene Botschafterin ihres Volkes. Fest
im Leben stehende Kämpferin, war Joana Samba-Tänzerin der Sambaschule
“Estação Primeira da Mangueira”, auf deren Zugehörigkeit sie
stolz war und sie beteilgte sich an jedem Karneval. Aber ihre Arbeit im
Dienst des Allgemeinwohls war ihr Lebensinhalt, ihre höhere Berufung.
Parallel
zum Aufbau des sozial-pastoralen Zentrums “Esperança de Deus” in
Porto do Mato, startete Pater Leeb ein weiteres Grossprojekt in Rio de
Janeiro, das soziale Gemeinwesenzentrum in der Favela do Vidigal. Und
Joana widmete sich auch diesem Projekt mit Körper und Seele und trug
wesentlich zu den positiven Ergebnissen der Arbeit bei. Am
07. Oktober 1990 stirbt Joana, im Alter von 38 Jahren, an den Folgen
eines Autounfalls in der Nähe der Brücke, die Rio de Janeiro mit Niterói
verbindet.
Joanas
Tod war ein unersätzlicher Verlust und grosser Schmerz für alle, denen
sie afektiv verbunden und ideologisch verpflichtet war. Die Mission Joanas ist durch die auf ihrem Grabstein eingravierte “endgültige Verabschiedung” gekennzeichnet: “Ich bin der Armut entflohen und zurück gekommen, um Licht und Leben für mein geliebtes und leidendes Volk zu bringen”. ![]() Deshalb gebührt ihr die Ehrerbietung und der Beifall der Bevölkerung der Region.
Prof. Geovana de Oliveira Lima |