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PADRE
HUMBERTO LEEB
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“Padre Humberto Leeb” (Pater Hubert Karl Josef Leeb), Missionar des Oblatenordens vom Heiligen Franziskus von Sales (OSFS), hat im Zusammenleben mit seiner Familie und durch die Tragödien des II Weltkrieges sehr früh gelernt, dass Menschlichkeit und Solidarität unentbehrliche Werte für den Menschen sind. Am 20. März 1934 in Österreich geboren, in der gemütlichen
Kleinstadt Grieskirchen, im Kanton Oberösterreich mit der Hauptstadt
Linz, prägten die Werte eines Lebens im Dienst des Allgemeinwohls zum
Aufbau einer gerechten und brüderlichen Gesellschaft seine kindliche
Persönlichkeit.
Einziger Sohn einer Familie die sich diese Ideale zu Eigen gemacht hatte, formte sich schon im frühen Kindesalter, in jenen schwierigen Jahren, das Profil eines solidarischen Lebens. Zur
Vergangenheit zurück kehrend, erinnert er sich an den Einmarsch der
Nazi-Wehrmacht in Österreich und in seiner Heimatstadt, und den Beginn
des II Weltkrieges … Eine
der zahlreichen Spuren die jene Zeit hinterliess, ist die Erinnerung
daran, dass sein Vater einmal wöchentlich nahrungsmittel vom Bauernhof
seines Freundes abholte um die grösser gewordene Familie zu ernähren.
Dies geschah in der Stille der Nacht, auch während des kalten europäischen
Winters, die Gefahr laufend, von der aggressiven GESTAPO Hitlers überrascht
zu werden ...
…
Es berührte ihn nachhaltig, mit einem Anflug von Verzweiflung, als
seine Mutter fast in ein Konzentrationslager abtransportiert
wird, weil sie von der Nazi-Polizei dabei erwischt wurde als sie einer
polnischen Frau half, einer Kriegsgefangenen, die Zwangsarbeit in der
Umgebung von Grieskirchen leistete …
…
Und die Gebete die er während der sonntäglichen Totenmessen für die
Gefallenen an der Kriegsfront in der Kirche seiner Heimatstadt sprach,
darum bittend, dass der Krieg aufhöre und er versprach, als seinen
kindlichen Beitrag, dass er sein Leben jenen widmen würde, die trauern
und leiden, den Hilflosen und Vergessenen …
In Österreich, in Grieskirchen (1941 – 1949) und an der Oblatenschule des Hl. Franziskus von Sales in Dachsberg (1949 – 1952) beendet er seine Schulausbildung. Danach besucht er das Gymnasium in Ried (1952 – 1956), wo er sein Abitur macht.
Im Kloster der Oblaten des Hl. Franziskus von Sales, in
Eichstätt – Deutschland, schliesst er seine religiöse Ausbildung mit
dem Philosophie – und Theologiestudium ab (1957 – 1962). Dort wird
Pater Leeb am 29.06.1962, im Alter von 28 Jahren, im Einvernehmen mit
den herrschenden klerikalen Werten zum Priester geweiht. Mit seinem kooperativen, jedoch zielbewussten Stil gründet
er 1963 die Bewegung für Missionsberufe (Kreis Junger Missionare –
KIM) in Deutschland - mit Sitz in Ingolstadt -
und Österreich. Das Ziel des KIM war es: - geistliche und kirchliche
Berufe zu fördern, neue pastorale Lebensformen im Bereich der Religion
und Liturgie aufzuzeigen, unterstüzt von progressiven Mitgliedern der [katholischen]
Kirche wie Kardenal König aus Wien und Kardenal Döpfner aus München.
Später, im Jahr 1966, wird KIM von der Versammlung der Bischöfe in
Deutschland und Österreich genehmigt und offiziel vom II Vatikanischen
Konzil anerkannt.
Die Arbeit der Evangelisierung und Katechese wurde erneuert und die Liturgie in einem modernen Stil zelebriert. Die Musik, eine Form der Vermittlung zwischen dem Göttlichen und Menschlichen, fand in den rhythmischen Gesängen von Pater Leeb eine neue Ausdrucksform der Lobpreisung Gottes und die Gläubigen fühlten sich intensiver vom Glauben und der Liebe Jesus Christus berührt. Pater Hubert Leeb, ein Mann des “guten Gefechtes”, besitzt diverse Talente: Schriftsteller, Musiker, Komponist, Sänger, Fotograf.
Redebegabt, ist er in Österreich und Deutschland als einer der grössten religiösen Prediger geschätzt. Er produzierte diverse Bücher, Video-Filme, Tonbänder, Schallplatten, Rundbriefe, Zeitschriften, Zeitungen, Karten, etc., die espirituellen Werte all´ denen näherbringend, die einen Sinn für ihr Leben suchen.Einige der herausragenden Bücher seiner literarischen Produktion sind: “O Desafio da Fé – Santa Desobediência” (“Herausforderung des Glaubens – Im heiligen Ungehorsam”), “O que lhe desejo” (“Was ich Dir wünsche”), “Liturgia Popular para o Povo Carente: Viver com a Força da Fé – O Pão da Vida” (“Volksliturgie mit den Armen - Leben in der Kraft des Glaubens – Das Brot des Lebens”) und “A Força Invisível” (“Die unsichtbare Kraft”), alle von Videofilmen begleitet.
Weitere Videofilme wurden produziert, wie z. B.: “Porto do Mato –
História e Resultados” (“Porto do Mato – Geschichte und
Ergebnisse”), “Natal é vida que nasce” (“Weihnachten ist Leben,
das wächst”), “Porto do Mato – Quem te viu, quem te vê”
(“Porto do Mato – Einst und Jetzt”), “A Festa do Século – Uma
Ponte de Fraternidade” (“Das Jahrhundertfest – Eine Brücke der Brüderlichkeit”)
und die CD “Eu busco a Paz” (“Ich suche den Frieden”), zu Ehren
des ägyptischen Presidenten Anuar Saddat, im Jahr 1977, anlässlich der
Anerkennung des Friedensvertrages mit Israel.
Seine Sichtweise und seine Handlungen sind geprägt von der Gewissheit eines Menschen, der vom Glauben lebt. Die Erfahrung der extremen Seiten des Lebens - Geburt, Krieg, Tod und Schmerz – stellen ihn in permanente Verbindung mit Schicksalsschlägen und den menschlichen Unzulänglichkeiten. Deshalb ist er ein von tiefgreifenden inneren Erlebnissen und der Verkörperung der Spiritualität geprägter Mensch, mit dem Augenmerk immer auf die konkrete Realität gerichtet. Mit dieser Denkweise beschloss er 1976, dass Brasilien sein neues Wirkungsfeld sein würde.
In Rio de Janeiro angekommen, überraschte ihn die Schönheit der tropischen Landschaft, die einen Kontrast zur furchtbaren Armut, in erster Linie in den Favelas, darstellte. Hier begann die grosse Herausforderung, der er sich mit seiner neuen Mission in Brasilien stellen sollte. Er entschied sich seinen Beitrag für die Menschen in der Favela do Vidigal zu leisten, unterstützt vom damaligen Bischof in Estância - Bundesland Sergipe, Dom José Bezerra Coutinho. Er baut das Gemeinschaftszentrum der Favela do Vidigal auf und entwickelt dort, im Zeitraum von 12 Jahren, eine konsequente sozial-kulturelle und erzieherische Arbeit und schaft das grösste Berufstheater der Favelas von Rio. Die
Zeitung “Jornal do Brasil” berichtete damals, dass die Arbeit dieses
Zentrums dazu beigetragen hat den Drogenkonsum in der Favela um 30% zu
senken. Das Projekt wurde 1992 dem Dritten Orden der Franziskaner übergeben. Ununterbrochen kämpft er weiter und parallel zur Arbeit in der Favela do Vidigal, gründet er das sozial-pastorale Zentrum “Esperança de Deus” auf der Halbinsel Porto do Mato, im Hinterland des Bundeslandes Sergipe, unter dem religiösen Leitmotiv Mission: ”Licht und Leben.”
Heute, nach 26 Jahren unaufhörlichen Kampfes, sind die Ergebnisse fühl- und sichtbar: Der Ort Porto do Mato hat seine Geschichte der Vergangenheit entrissen, die Küstenregion Boa Viagem erfuhr eine einmalige Aufwertung und das Zentrum “Esperança de Deus” ist jetzt fast eine kleine Stadt, mit einer Infrastruktur die es ermöglicht, der Gemeinde die verschiedenartigsten Dienste in diversen sozialen und produktiven Einheiten anzubieten. Den internationalen Austausch auf touristischer, künstlerischer
und kultureller Ebene zu fördern war immer eine Kunst, die Pater Leeb
meisterhaft beherrscht. Unermüdlich bringt er prämierte ausländische
Orchester in das Bundesland Sergipe, sowie Unterstützer und bedeutende
Persönlichkeiten aus dem sozialen, politischen, religiösen und
kulturellen Bereich in Europa, die dieses Bundesland mittlerweile als
eine der wichtigsten Referenzen in Brasilien betrachten.
Jene, die mit Pater Leeb zusammenleben, betrachten ihn
als ein “Bollwerk” in der Verwirklichung seines missionarischen
Ideals und erkennen an, dass seine inneren Werte sein perfektestes Werk
darstellen: Wegen seiner Ruhe und innerlichen Ausgeglichenheit. Wegen
seines unabdingbaren Vertrauens. Wegen seines Engagements für all´
diejenigen ohne Stimme und Unterstützung. Wegen seiner Anteilnahme und
Mitleids. Wegen seines ansteckenden Humors und seiner Fröhlichkeit.
Wegen seiner Weitsichtigkeit und Kapazität zu verzeihen, selbst dann,
wenn er vom Schmerz der Ungerechtigkeit und der Verleumdung gezeichnet
ist. Diese Verpflichtung engagiert ihn in der Geschichte seiner Zeit mit einer Weltanschauung, die die Grenzen des Feststehenden und des “dèja vu” überschreiten, darum kämpfend, dass das spirituelle Wachsen nicht von einem sozial gerechten und würdigen Leben getrennt wird. Diese bahnbrechende Sichtweise führte zu Konfrontationen mit der Intoleranz derjenigen, die die Macht haben, wofür er bestraft wurde, ohne sich jedoch niederschlagen zu lassen auf Grund der Gewissheit, dass wir mit Gott stärker sind.
Das Werk von Pater Leeb ist Zeuge seines Vertrauens in
Gott und die menschliche Brüderlichkeit.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der
Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden
Barmherzigkeit erlangen. Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden
Gottes Kinder heißen. Mat
5,6-7;9
Prof. Geovana de Oliveira Lima |