DIE PASTORALE ARBEIT

Die Aktivitäten des sozial-pastoralen Zentrums “Esperança de Deus” haben das Evangelium Jesus Christus' als Grundlage; schon der Name der Institution zeigt diese Mission. Seit der Gründung des Zentrums wird durch die pastorale Arbeit versucht, die Ausstahlung des Evangeliums auf seh- und fühlbare Art und Weise zu vermitteln; ein langsamer und anspruchsvoller Prozess.

Als Pater Leeb 1976 in Porto do Mato ankam, fand er eine von der Geschichte des Ortes  beeinflusste Realität vor, die durch die Unterdrückung und Ausbeutung der Ureinwohner und schwarzen Sklaven durch die Eroberer geprägt war, was die im Jahr 1575 von den Jesuiten begonnen Evangelisation erschwerte. 

Im Laufe der Zeit manifestierte sich der Synkretismus, wobei sich die bereits bestehenden religiösen Werte mit dem Glauben, den Gewohnheiten und der Tradition der aus Afrika hierher verschleppten schwarzen Sklaven vermischte.

In einem Zeitraum von 300 Jahren gab es keine kontinuierliche pastorale Arbeit der Kirche, um den christlichen Glauben in der Region zu festigen. Auch existierten keine Ansätze der normalerweise von den Pfarreien realisierten Arbeit zur Entwicklung einer strukturierten Basis der katholischen Religion.
 
Trotzdem überlebte der Glaube der Bevölkerung in allen Generationen, die sich der alten Gebete, Lieder, Andachten und Rituale bedienten, um ihren Glauben bis in die heutige Zeit hinein auszudrücken.
  

Pater Leeb begann seine Arbeit mit einer neuen, durch die Symbole Licht und Leben gekennzeichneten Evangelisationsform, und mit der Verpflichtung, die Botschaft des Evangeliums durch Worte und Taten zu verkünden.  
  

Sensibilität war erforderlich, um nicht das menschliche und spirituelle Gefüge einer Gemeinschaft ohne religiöse Führer zu gefährden, die durch die grausamen kolonisatorischen Doktrinen der Vergangenheit geprägt war.
  

Angesichts der zu Beginn seiner Arbeit vorgefundenen schwerwiegenden sozialen Probleme, gingen die ersten Anstrengungen in Richtung des Aufbaus einer Infrastruktur, die in der Lage war, den menschlichen und sozialen Fortschritt zu fördern, um den Bewohnern der Gegend  würdige Lebensbedingungen und neue Hoffnung zu geben.

Gleichzeitig sah seine Arbeit vor, die Werte des Reiches Gottes zu stärken und über die Vermittlung des Glaubens Bedingungen zu schaffen, unter denen das Volk in Freiheit wachsen und die christliche Reife erlangen konnte.

Schritt für Schritt gewann Pater Leeb das Vertrauen der regionalen Bevölkerung und es gelang ihm, zu zeigen, dass das Fundament der Religion die Liebe Gottes ist, die den Menschen befreit und zur Wiederherstellung seiner Würde führt.

In diesem Sinne, angesichs der Situation mit der er sich konfrontiert sah, schrieb er in seiner ersten Nachricht an seine europäischen Freunde: “Das zu sehen und nichts tun zu können, heisst den Glauben verleugnen, zu dem wir uns bekennen”.

Die essenziellen Werte des Lebens wurden allmählich der Vergessenheit entrissen, durch die Aufwertung der eigenen Geschichte und die Einbeziehung der Kultur und Tradition des Volkes. So wurde Gott, auf der Suche nach Wohlergehen, Wahrheit und Gerechtigkeit, in den wesentlichen Grundlagen des eigenen Lebens wieder erkannt.

Der Gründer des sozial-pastoralen Zentrums “Esperança de Deus” berichtet, dass “als Jesus  das Elend und den Notschrei des leidenden Volkes sah und hörte, Er Mitleid fühlte.” Mt. 15, 32


Und, der Verzweiflung und Lethargie der Individuen gegenüber gestellt, fügt er hinzu, dass Doktrinen in dieser Situation ebenso wenig nutzen wie Verurteilung oder Gesetze, wohl aber die Liebe und Hilfestellung, die sich durch Barmherzigkeit und Gerechtigkeit offenbaren.

Die Mission der Kirche ist es, so Pater Leeb, ausser dem sozialen Aspekt, in erster Linie spirituellen Bestand zu leisten, wie Jesus ankündigte: “Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein, sondern durch die Worte der himmlischen Erlösung.” (Mt 4,4)

Die pastorale Arbeit ist darauf ausgerichtet, diesen beiden Aspekten gerecht zu werden. Das Zentrum “Esperança de Deus” sucht das christliche Bewusstsein durch eine auf Engagement und Teilnahme basierte Pädagogik zu formen, in erster Linie aber durch ein büderliches (Zusammen-) Leben.

Um das Leben zu stärken, und zum besseren Verständnis der Mission Jesus Christus zu finden, werden Messen mit einer auf die Bedürfnisse der Gemeinde abgestimmten Liturgie veranstaltet, wie auch religiöse Theaterveranstaltungen zu Weihnachten und in der Karwoche, Prozessionen und Andachten an den religiösen Festtagen, und eine intensive Katechese zur Vorbereitung auf die Sakramente des Taufens und der Eucharistie.

Die Zielsetzung der pastoralen Arbeit ist es, das Evangelium als eine Botschaft des lebendigen und freimachenden Glaubens zu vermitteln, die Freude und Frieden bringt und deren wahrhaftiger “Weg, Wahrheit und Leben” (Jo 14,6) Jesus Christus ist.

Mit seiner missionarischen Erfahrung, bedeutet die Verkündigung der christlichen Botschaft für Pater Leeb heute: “Die Menschen von der Ungerechtigkeit zu befreien und neue Wege für ihr Leben aufzuzeigen, durch die sie die Präsenz Gottes erleben können”.

 


  
Mit anderen Worten, die Verteilung des “Brotes der Liebe” zu zelebrieren,
 wie die Präsenz Gottes im Brot des Lebens.



Prof. Geovana de Oliveira Lima
promoviert an der Kath. Universität (PUC)
Rio de Janeiro in Psychopädagogik und Sprachen 
Direktorin des Ausbildungszentrum " Licht und Leben P. Leeb" 
Porto do Mato/SE - Brazil