Einführende Worte
 

Als das sozial-pastorale Zentrum “Esperança de Deus” gegründet wurde, bediente sich Pater Leeb der Symbolsprache um seine christliche Botschaft auszudrücken und der lokalen Kultur den ihr zustehenden Stellenwert beizumessen. Aber auch deshalb, da die Menschen der Region in der damaligen Zeit das Lesen und Schreiben entweder garnicht, oder aber nur in geringem Ausmass beherrschten. Im Folgenden, die Symbole der Institution:
 

1.   Sozial-pastorales Zentrum “Esperança de Deus”

Padre Leeb gab der Institution den Namen “Esperança de Deus” auf Grund seiner Überzeugung, dass in Gott die Wahrheit und Quelle der Weisheit des Menschen zu sehen ist.

Das dramatische Bild der Bedürftigkeit, welches sich ihm bei seiner Ankunft offenbarte, zeigte ihm, dass die Hoffnung auf den Schöpfer der Weg war, seine sozial-pastorale Mission zu leiten und “Hoffnung zu bringen, wo Verzweiflung herrscht”.

 
2. Kreuz - Kapelle “Licht und Leben”
 
 


Die Symbole Licht und Leben repräsentieren die Grundsätze der Arbeit des Zentrums. Ihre Herkunft aus dem Griechischen: PHOS = Licht und ZOE = Leben, bedeuten den Weg der Menschen auf der Erde zu erhellen und ihnen die Möglichkeit zu geben, in einer Glaubensgemeinschaft im Einklang mit den essenziellen Werten des Lebens zu leben.

“Licht und Leben” ist auch eine Ehrung, die Pater Leeb dem deutschen Theologen Matthias Kaiser widmet, der während des Zweiten Weltkrieges im Konzentrationslager von den Nazis getötet wurde, da er nicht zuliess, dass ihm ein Kreuz mit dieser Aufschrift abgenommen wurde.

 
3. Kirche “Geburt des Jesuskindes”
 

Zu jener Zeit als Pater Leeb in der Region ankam, wurden die Kinder in ärmlichen Strohhütten geboren, wie das Jesuskind in der Krippe in Bethlehem. Daher erhielt die Kirche des Zentrums diesen Namen als Geste der Würdigung.

Die Kirche in Form eines Schiffes hat drei Bedeutungen:
-          als Symbol der Kirche Jesus Christus'
-          dass unser Leben eine vorübergehende Passage auf der Erde darstellt, wie ein Schiff den Ozean überquert
-         
zur Ehrung der Bevölkerung der Region, die überwiegend Fischer sind

Der Altar der Kirche hat die Gestalt eines Bootes, des essenziellen Arbeitsinstrumentes der Fischer der Region, welches auch, wenn vom Fischfang zurückgekehrt, während der Mahlzeiten der Familie als Tisch benutzt wird. Das Kreuz des Altars wurde aus dem Mast eines Bootes geschnitzt.

3.1. ERWEITERUNG UND EINWEIHUNG DER KIRCHE „NASCIMENTO DO MENINO“ IN EINE VIZE-PFARREI

Anlässlich des 70. Geburtstages von P. Leeb, im März 2004, wurde die neue Kirche „Nascimento do Menino Jesus“ eingeweiht und in eine Vize-Pfarrei durch den Bischof der Diözese Estância, Dom Marco Eugênio Galrão Leite de Almeida umgewandelt. Die religiöse Zeremonie wurde in Gegenwart der Botschafter von Österreich und Deutschland, sowie von 80 europäischen Mitarbeitern, Personen des öffentlichen Lebens und der Gemeinschaft im Allgemeinen gehalten.

Religiöse Zeremonie der Einweihung der Vize-Pfarrei

Die neue Kirche, nun erweitert und renoviert, war ein einmaliges Geburtstagsgeschenk, dass P. Leeb von seinem Freund und Bauunternehmer Dr. Luis Teixeira (Norcon) erhielt. Mit einer modernen Architektur und einem klaren Design wurde die Raumgestaltung bevorzugt, deren Installationen den Bedürfnissen der Gläubigen, die diese Kirche besuchen, entgegenkommen.

Der Wohltäter Dr. Luiz Teixeira und Danktafel

Kirche – Innenansicht Kirche – Aussenansicht Kapelle „Licht und Leben“

            
          4.
Die Gemälde der Kirche
 


  4.1 Gott – Das Symbol der Freude und Glückseeligkeit

Auf dem Gemälde ist Gott sinnbildlich auf einem Fisch dargestellt, um zu zeigen, dass der Fischfang, die wichtigste Überlebensquelle der Gegend, immer ein Motiv der Freude und Lobpreisung für die Fischer ist.

Die Präsenz anderer Elemente wie Banane, Cashew-Frucht, Krebs usw. symbolisiert die Ernte der wichtigsten Gaben Gottes der Region.

4.2 Anteilnahme an der Agonie

Joana, Mitgründerin des Zentrums, hält ein sterbendes Kind auf dem Schoss und fühlt den Schmerz des vorzeitigen Verlustes. Dieses Gemälde symbolisiert das Drama so vieler Kinder vor der Ankunft Pater Leebs, die vor Vollendung des ersten Lebensjahres starben.
 
            4.3 Die Wiedergeburt des Lebens

Pater Leeb bedankt sich für die Genesung eines Kindes, das vom Hungertod bewahrt wurde, mit einer zärtlichen Umarmung
    
           4.4 Die Wunder der Liebe

Die als “Die Wunder der Liebe” bezeichneten Gemälde wurden von Teobaldo gemalt, einem Künstler der Favela do Vidigal in Rio de Janeiro.

Es sind insgesamt vier Gemälde: “Wunderbarer Fischfang”, “Multiplikation der Brote und Fische”, “Verwandlung von Wasser in Wein auf der Hochzeit in Kanaan” und “Jesus' Liebe für die Kinder”.

  

Wunderbarer Fischfang

Multiplikation der Brote und Fische

Verwandlung von Wasser in Wein auf der Hochzeit in Kanaan 

  
5
. Die Ankunft von Pater Leeb und Joana
 

Dieses historische Gemälde vom Künstler Melcíades de Souza zeigt die Ankunft von Pater Leeb und Joana in Porto do Mato, im Jahr 1977.

Die hinter dem Pater abgebildeten Engel symbolisieren seine religiöse Mission. Auf dem Kopf trägt er einen für den Nordosten Brasiliens typischen Lederhut, um anzudeuten, dass er kein sich vorübergehend in der Gegend aufhaltender Besucher ist, sondern ein dem Schicksal der Bevölkerung verpflichteter Missionär.

An seiner Seite befindet sich Joana, ihn beschützend und auf die vom Leid gezeichneten Gesichter ihres Volkes deutend, welches von Krankheit und Hunger gegeisselt und sich selbst überlassen war.

Die Bewohner beschenken Joana und Pater Leeb, der von dem Bild, welches sich ihm offenbarte tief ergriffen ist, mit Fischen. Ein Zeichen der Freude und Symbol der Gaben Gottes der Region.
 

6. Mission von Pater Leeb 
 

Ebenfalls von Melcíades de Souza gemalt, spiegelt das Werk das Ziel der Mission Pater Leebs wieder: eine sozial-pastorale Arbeit zu entwickeln, deren Mittelpunkt die soziale Entwicklung und menschliche Förderung der Bewohner der Region ist (Brot), sowie zur gleichen Zeit die spirituellen Werte zu fördern (Kelch). 

Und damit, im Namen des Herrn, Generationen von christlichen Führern und Bürgern zu erziehen, die ihren Platz in der Geschichte einnehmen. Ab 1996 wurde dieses Vorhaben mit der Gründung des Ausbildungszentrums “Licht und Leben” konkretisiert. 

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5. Das Kreuz der Versöhnung

  
  
Bei seiner Ankunft stelle Pater Leeb eigenhändig ein Kreuz her, welches er das “Kreuz der Versöhnung” nannte, als Wiedergutmachung der Ausbeutung des Volkes dieses Küstengebietes durch die Eroberer zur Zeit der Sklaverei.

Das Kreuz stellte er im Urwald auf, die Präsenz des Christentums und den Beginn seiner sozialen und pastoralen Mission versichernd.

7. Der Gemeindefriedhof
 

Früher gab es keinen Friedhof in der Gemeinde. Die Toten wurden an unbestimmten Orten beerdigt, wo die Gräber später nicht mehr lokalisiert werden konnten.

Der Gemeindefriedhof wurde in Form eines Kreises angelegt, mit gleichen Gruften für alle, um zu zeigen, dass wir alle Brüder sind, ohne Glaubens-,  Rassen-, Alters- oder sozialer Diskriminierung.

Lediglich die Gräber der Mitgründerin des Zentrums, Joana Batista Costa, die im Alter von 38 Jahren (1990) an den Folgen eines Autounfalls in Rio de Janeiro umgekommen ist, und die von Pater Leeb – für die Zukunft reserviert – differenzieren sich von den anderen.

8. Stationen des Leidensweges
 




 
Die einzelnen Stationen des Leidensweges, repräsentiert am Eingang des Friedhofs, zeigen wie Jesus Hass und Bösartigkeit durch die Kraft der Liebe überwunden hat.
 


 

9. Sportgymnasium “Joana Batista Costa”
 

  
Das Sportgymnasium, welches seinen Namen zu Ehren der Mitgründerin der Zentrums, JOANA BATISTA COSTA, erhalten hat, ist ein für die Gemeinde und die Schüler reservierter Bereich zur Ausübung sportlicher und sonstiger Freizeitaktivitäten.

Hier werden auch die Grossveranstaltungen durchgeführt, wie die alljährlich am Karfreitag stattfindende Inszenierung des Leidensweges von Jesus Christus.

 
10
. Ausbildungzentrum “Licht und Leben” Pater Leeb
 

  
  

Dieser Erziehungskomplex wurde 1994 während des “Jahrhundertfestes” eingeweiht, Ereignis welches den 60. Geburtstag von Pater Leeb zum Anlass hatte.


Ab 1995 begann die Arbeit des Ausbildungszentrum unter Führung der Professorin Geovana de Oliveira Lima, die es noch heute leitet.

  

    KINDERGARTEN

MITTELSCHULE 

BERUFSSCHULE 

Der Komplex setzt sich aus drei Bereichen zusammen: Vorschule, Grundschule und das Ausbildungszentrum “Licht und Leben”. Der Wert des holistischen und integrierten Lehrvorschlages zeigt sich mehr und mehr in den positiven Ergebnissen, die im Laufe der Jahre in der Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erzielt wurden.

Das Ausbildungszentrum hat sich zur Aufgabe gemacht, den Schülern eine qualitative Erziehung und Ausbildung zukommen zu lassen, die nicht nur Kenntnisse vermittelt, sondern sie auch darauf vorbereitet, ihren verantwortlichen und kritischen Beitrag im Rahmen der Familie und Gesellschaft zu leisten.

 
 11
. Sportstadium “Hoffnung”

  
Das Stadium wurde im April 2001 anlässlich des Besuches der Mannschaften aus Tirol - Österreich und Bayern - Deutschland eingeweiht, welche zusammen mit lokalen Teams ein Fussball-Turnier bestritten. Ausser zur Durchführung diverser Sportveranstaltungen, steht das Stadium auch dem Ausbildungszentrum “Licht und Leben” Pater Leeb zur Verfügung.

Weiterhin wurde ein Trainingszentrum für nationale und internationale Teams eingerichtet.

 
 12.
Museum Pater Hubert Leeb
 

Das Museum wurde vom Ausbildungszentrum “Licht und Leben” eingerichtet mit dem Hintergrund, die Missionen Pater Leebs nachzuzeichnen, nicht nur in Brasilien, sondern auch auf internationaler Ebene, wo sich seine Tätigkeit nicht nur auf Österreich und Deutschland beschränkte, sondern auch auf andere Kontinente ausdehnte.

Der zweite Teil des Museums wurde durch die Unterstützung der Angestellten des Zentrums und der Bevölkerung ermöglicht, die Gegenstände ihres täglichen Lebens spendeten, welche einen Eindruck der kulturellen Bestandteile der Region vermitteln.

 
13.
Freizeit-Club “Freunde für immer”
 



  

Hier finden Tanz- und sonstige Veranstaltungen statt, wie z. B. die Konzerte der internationalen Akkordeon-Orchester, welche alle 2 Jahre von Pater Leeb aus Europa eingeladen werden.
    


14.
Platz des Friedens
  

Brüderlichkeit und menschliche Solidarität werden durch die schwarze und weisse Hand symbolisiert, auf der Suche nach Frieden in der Welt (Taube und Sonne).

Die Flaggen der Länder stehen für die internationale Hilfe, die von Institutionen aus Österreich und Deutschland, und der Europäischen Gemeinschaft geleistet wurde, ohne deren Unterstützung der Aufbau und Unterhalt des Zentrums nicht möglich gewesen wäre

Später, mit zunehmender Bedeutung des Zentrums für die Region, wurden Partnerschaften mit den brasilianischen staatlichen Organen auf Stadt-, Landes- und Bundesebene geschlossen, wie auch mit privaten Firmen.


15.
Büste des Gründers
 


 
Im März 2001 wurde Pater Leeb von den Angestellten des Zentrums “Esperança de Deus” und den Schülern und Lehrern des Ausbildungskomplexes “Licht und Leben” anlässlich seines Geburtstages geehrt, und ihm diese Büste als Zeichenl der Anerkennung und Dankbarkeit geschenkt.

 
16.
Andere Einrichtungen / Service
 

Ausbildungs-Gästezentrum, Ausbildungs-Bäckerei, Schreinerei, Ausbildungswerkstätten, Ziegelfabrik, Schneideratelier, Eisdiele und Schnellimbiss, Schönheitssalon, öffentliche Wäscherei, Restaurant “Freunde des Ökosystems”, ärztliches und zahnärztliches Sprechzimmer, Versammlungs- und Ausstellungsraum, Auditorium, Musik- und Katechismus-Saal, sowie Schlafstätten des Ausbildungszentrums “Licht und Leben”.
  

Ausbildungs-Gästezentrum 

Restaurant Freunde des Ökosystems

POSTO  MÉDICO E ODONTOLÓGICO

  
Ausbildungs-Bäckerei
 

  
Schreinerei
 


Auditorium
  

 
Ein Projekt, dessen Finanzierung Pater Leeb in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Organen auf Stadt-, Landes- und Bundesebene, sowie auch durch die Unterstützung anderer Institutionen zu erreichen versucht, ist die Umwandlung des Ausbildungs- und Gästezentrums “Pousada do Padre” in eine Hotelfachschule. 

Da sich die Region wegen ihrer natürlichen Schönheit und vielfältigen Landschaft, verbunden mit dem Ausbau der “Linha Verde” - einer Küstenstrasse, die die Gegend mit Salvador verbindet -, immer mehr zu einem der beliebtesten Touristenziele entwickelt, ist eine steigende Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal festzustellen.

  
Prof. Geovana de Oliveira Lima

promoviert an der Kath. Universität (PUC)
Rio de Janeiro in Psychopädagogik und Sprachen 
Direktorin des Ausbildungszentrum " Licht und Leben P. Leeb" 
Porto do Mato/SE - Brazil